OSONSTRIKE in Ost-Berlin, 4.30 Uhr: Verteilzentrum der Post blockiert!

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Um 4.30 Uhr machte sich OSONSTRIKE am Samstagmorgen mit 60 TeilnehmerInnen der Bundesvertrauensleutekonferenz von ver.di auf den Weg über die Spree nach Ost-Berlin. Mit einem frischgestaltem Banner unter dem Arm ging es zu einem bestreikten Briefverteilungszentrum der Deutschen Post AG. Dort galt es die unbefristet streikenden KollegInnen zu unterstützen und Streikbrecher abzufangen! Was für ein Start in den Tag… 🙂

Letzte Streikversammlung vor der Schlichtung: „Liest Griesert eigentlich OSONSTRIKE?!?“

ALLGEMEIN

Bild: NOZ.de

Heute trafen sich die Streikenden des Sozial- und Erziehungsdienstes ein letztes Mal vor der Schlichtung zur Versammlung in der Lagerhalle, Osnabrück. Schnell war allen Beteiligten klar: Die VKA verfolgt mit dem Anruf der Schlichtung, entgegen aller bisherigen Absprachen, keine Einigung, sondern eine Spaltung der Beschäftigten. Ebenso klar: VKA-Verhandlungsführer Böhle lügt, wenn er den Mund aufmacht. So zum Beispiel mit dem „Angebot für alle Berufsgruppen“. Insofern schön, dass die Schlichtung unter Ausschluss der Spitzenvertreter stattfindet. So sind sich alle einig: Die von ver.di akzeptierte Schlichtung sei richtig und der letzte, hoffentlich wirksame Versuch, die Einigung auf die sanfte Tour zu erzielen, außerdem sei den Eltern, die weit über die Grenze des Erträglichen belastet wurden, dringend eine Atempause gegönnt. Klar ist aber auch: Falls sich in der Schlichtung nicht die notwendige Bewegung abzeichnet, wird danach unmittelbar der unbefristet Arbeitskampf wieder fortgeführt, aufgrund der Schiebung der VKA auch über die bundesweiten Sommerferien hinaus.

Auf der Streikversammlung versicherten alle glaubhaft: Auch wenn unser Oberbürgermeister, Herr Wolfgang Griesert uns im Stich lassen und in den Rücken fallen würde, wir liebten ihn trotzdem! Allerdings machen auch Gerüchte die Runde. So beispielsweise jenes, dass Griesert selbst OSONSTRIKE-Follower sei und sich inzwischen frage, wer hinter dem Ganzen stecke. Falls das der Fall sein sollte, kleiner Tipp: Der Name legt den Schluss nahe, dass es die Streikenden aus Osnabrück sein könnten!

Also Herr Griesert, wenn sie ihre Beschäftigten mal kennen lernen möchten, nehmen sie doch unsere mehrfach ausgesprochene Einladung an und besuchen uns in unserem Streiklokal, da finden sie dann auch deutlich mehr als zuletzt in der Kita Lüstringen! Leute die Stimmung machen sind bei uns gern gesehen. Schauen sie einfach während der Schlichtung mal vorbei, immer Mittwochs ab 18:30 Uhr. Gerne auch erstmal im legeren, unauffälligen Outfit. Wenn es schwer fällt, muss bei uns niemand sofort Farbe bekennen! Allerdings könnten sie auch überraschen, sich entscheidungsfreudig zeigen, sich solidarisieren und uns unterstützen, was letzten Endes auch den Eltern helfen würde. Geben sie sich einen Ruck, es wäre ihre Chance nach der Westumgehung endlich Bestandteil einer erfolgreichen Kampagne zu werden: Richtig gut, aufwerten jetzt!

Oberbürgermeister Griesert: „VKA? Bitte sprechen sie doch nicht immer von ‚meinem‘ Verband!“

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Am Samstagmittag besuchte eine 15-köpfige Delegation aus Eltern, Kindern, Sozialarbeiter/innen und Kita-Beschäftigten Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, um ihn zu fragen: „Was tun sie, als oberster Vertreter unserer Kommune für die Aufwertung der sozialen Berufe und damit für eine baldige Beendigung des derzeit unbefristet laufenden Streiks?“ Wie so oft hatte es der Oberbürgermeister nicht gerade leicht, was schon zu Beginn des Termins durch die clevere Frage eines anwesenden Sozialarbeiter-Kindes mit Blick auf ein typisches OB-Foto klargestellt wurde: „Papa, muss der arme Mann diese massive Kette eigentlich immer tragen?“ Schnell wurde deutlich, wie massiv der Streik gerade die Eltern, aber auch die Streikenden selbst belastet und dass es darüber hinaus auch zu gravierenden Einschränkungen in Nicht-Kita-Bereichen kommt. So zum Beispiel in den sozialen Diensten des Jugendamtes. Neben dem umfangreich geäußerten Unmut, wiesen die Eltern auch darauf hin, dass es nicht ausreiche, die Tarifvertragsparteien zurück an den Verhandlungstisch zu bitten. Vielmehr bedürfe es der Forderung eines ernst zunehmenden Angebotes, damit ein annehmbares Ergebnis die Streikenden in die Lage versetze den unbefristeten Arbeitskampf zu unterbrechen. Hiervon sei man jedoch momentan weiter denn je entfernt, da die derzeitigen Vorschläge der VKA defacto keine Verbesserungen, geschweige denn eine Aufwertung für die Beschäftigten im Osnabrücker Sozial- und Erziehungsdienst brächten. Somit seien den Streikenden die Hände gebunden. Griesert brachte dem Gegenüber viel Wertschätzung entgegen: „Natürlich liegen mir die Eltern besonders am Herzen! Aber ich weiß auch, dass meine Beschäftigten richtig gute Arbeit machen. Dass sie häufig nicht dementsprechend entlohnt werden, ist allerdings ein flächendeckendes Problem des öffentlichen Dienstes. Da würde wohl nur ein General-Streik aller Beschäftigten helfen!“ Auf den Hinweis, dass der Kollege Ulrich Mädge, an den durch Grieserts Verband geführten VKA-Verhandlungen beteiligter Bürgermeister von Lüneburg, sich in Interviews gerne anders äußert, kam die überraschende, aber schlagfertige Antwort: „Der ist ja auch von der SPD. Außerdem habe ich ein Problem damit, wenn sie in diesem Zusammenhang ständig von der VKA als meinem Verband sprechen!“ Nachdem der Oberbürgermeister andeutete, durchaus bereit zu sein, die eigene Rolle im derzeit laufenden Konflikt noch einmal zu überdenken und zukünftige Vorschläge oder gar Angebote auf ihren Wirkungsgrad gegenüber den eigenen Beschäftigten hin zu überprüfen, ging es nochmal um die Bedenken der Eltern: „Wir sind verzweifelt! Viele von uns haben ihren Jahresurlaub mittlerweile komplett verbraucht und nun stehen auch noch drei Wochen Schließzeit in den Sommerferien vor der Tür. Wir befürchten, dass die Streiks unser dringend notwendiges Vertrauensverhältnis gegenüber der Stadt Osnabrück und letztendlich auch gegenüber den Erzieher/innen, nachhaltig beschädigen könnte! Dazu kommt, dass die städtischen Kitas nicht alle gleichermaßen von den Streiks betroffen sind. Einige meiden den Konflikt weitestgehend oder gar völlig. Dort sind die Eltern dann sorgenfrei, während wir alles ausbaden dürfen. Wiederum erschwerend hinzu kommen dann noch die starken Schwankungen der angebotenen Plätze in den sich scheinbar zufällig ergebenden ‚Notgruppen‘. Mal  50, mal 20 und plötzlich gar keine mehr. Könnte man die Auswirkungen des Streiks nicht besser regeln und gleichmäßig auf alle Schultern verteilen?“ Wolfgang Griesert schien selbst verblüfft: „Ich verstehe auch nicht, warum es keine offizielle Notdienstvereinbarung mit ver.di gibt. In anderen derart sensiblen Bereichen, wie zum Beispiel den Krankenhäusern, läuft das ja auch. Eine solche Vereinbarung würde vieles einfacher machen!“ Dass er selbst dafür verantwortlich wäre, eine solche Vereinbarung abzuschließen, schien ihm nicht klar zu sein.

Abschließend überreichten die Streikenden Griesert ein Solidaritäts-Care-Paket. Neben zahlreichen  blumigen Utensilien war auch eine knallrote Streikweste enthalten, anstandshalber der CDU gegenüber immerhin mit schwarzem Rand. „Oh wie nett, ist das was zum anziehen?“

Mal schauen, ob er sich Montag zu den Mahnwachehaltenden auf der Rathaustreppe gesellt, oder gar der Einladung ins Streiklokal ‚Lagerhalle‘ folgt.

Auf in die Metropolen. VKA bei der Entscheidungsfindung unterstützen!

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Auf der A1! Unterwegs mit zwei Bussen aus Osnabrück in Richtung Hamburg. Die VKA Geschäftsführer treffen sich in Frankfurt am Main. Da diese schöne Stadt lediglich Platz für 20.000 Streikende bietet, fahren wir in die Hansestadt, um bundesweit ein deutliches Signal zu senden: Liebe VKA, viel Erfolg.  Aushungern könnt ihr wen anders!

Pfingsten vorbei, Solidarität am Ende?

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Pfingsten ist vorbei, die Streikenden sind zurück auf ihren Posten. Aber wie steht’s mit der Solidarität, schwindet sie? Nein! Im Gegenteil, sie wächst. Eindrucksvoll beweist dies eine im Rahmen des derzeit tobenden Arbeitskampfes entstandene Video-Produktion: SUPPORT THE SOCIAL WORKING CLASS II. Eine Solidaritätsbekundung aller erste Güte seitens unserer Kolleginnen und Kollegen des Osnabrücker Servicebetriebs, welche meinen: „Herr Mädge von der VKA hat Angst, dass die Streikenden aus den Kitas, Regionaldiensten, Werkstätten und Zentren das Tarifgefüge im öffentlichen Dienst durcheinander bringen? Lassen wir seinen schlimmsten Albtraum wahr werden: Lasst uns das ganze vom Kopf auf die Füße stellen! Gemeinsam. Cinderella-Style.“

Einstimmiges Ergebnis: Streik geht weiter!

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Die Streikdelegiertenkonferenz ist beendet, mit folgendem Ergebnis: Der Erzwingungsstreik wird  ununterbrochen fortgesetzt und zwar solange bis ein „annehmbares Ergebnis“ vorliegt! Ob ein irgendwann von der VKA abzugebendes Angebot annehmbar ist, entscheiden die Streikdelegierten und somit letzendlich jedes Streikende ver.di-Mitglied. OSONSTRIKE meint: Geschätzte VKA, wollt ihr wirklich versuchen uns „auszuhungern“ oder wird es vor den Sommerferien noch was?

OSONSTRIKE-Delegation auf dem Weg nach Fulda

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Die GDL streikt auch :)! Deshalb befinden wir uns mit einer 4-köpfigen Delegation (2 ErzieherInnen und ein Sozialarbeiter aus Osnabrück sowie 1 Heilpädagoge aus Dissen) auf der A44 in Richtung Fulda, während die übrigen Beschäftigten mit KollegInnen aus ganz Niedersachsen und Bremen nach Lüneburg reisen, um Ulrich Mädge, dem 33%-Lügner unsere Botschaft zu übermitteln: Wir werden auf der Streikdelegiertenkonferenz dafür stimmen, dass der unbefristete Streik auch ab Freitag fortgesetzt wird. Und zwar so lange bis sämtliche  Hardliner und Ignoranten der VKA zugeben, dass sie endlich doch beeindruckt sind und einlenken!